Überüberübermorgen höre ich auf ….

23.Okt.2014 von

Meine Raucherkarriere verlief sehr wechselhaft.

In einem Künstlerhaushalt groß geworden in den 60ern/70ern war rauchen für mich ganz normal. Eigentlich waren alle rund um mich Kettenraucher, außer der Mutter. Speziell der Vater war begeisterter Raucher. Ungezählte Male versuchte er mit dem Rauchen aufzuhören, um dann voll des schlechten Gewissens zuerst heimlich, dann doch wieder volle Pulle damit anzufangen. Genau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich glaube auch als Kind hat mich das nie gestört, wenn geraucht wurde.

Mit ungefähr 13 Jahren dann, begann ich zaghaft die eine oder andere Zigarette zu stehlen und ab und zu mal eine durchzuziehen. Der Konsum hielt sich allerdings die nächsten Jahre noch sehr in Grenzen. Mit 16 konnte es dann schon mal vorkommen, dass ich mir selber ein Packerl kaufte, das ich dann eine Woche lang, befreit vom Diebstahlsdelikt, qualmen konnte. Schon in dieser Zeit war ich Nachmittags- und Abendraucherin. Der Gedanke an eine Zigarette am Morgen bereitet mir bis heute Übelkeit!

Die ganze Jugend über rauchte ich also ab 16.00 Uhr, abhängig vom jeweiligen Lebenswandel: mit Ribiselwein viel, mit Sport wenig, beim Lernen viel, beim Küssen wenig, am entrischen Heimweg viel, heimlich zuhause wenig.

Dann kamen die Kinder. Selbstverständlich hört man als verantwortungsbewusste, werdende Mutter, sofort nach einem Blick auf den positiven Schwangerschaftstest, zu rauchen auf! Das ging auch ganz leicht und nie im Leben hätte ich gedacht, jemals wieder damit anzufangen. Wären da nicht diese unzähligen Kinderfeste gewesen, die meistens, nach dem Erscheinen des Nikolaus, oder dem Faschingsfest der lieben Kleinen, in eine Megaparty der abholenden Eltern ausuferten, wo wir bis in die frühen Morgenstunden weiter feierten, tanzten, tranken und pofelten, während die Sprösslinge (oft gleich 5 in einem Bett) friedlich schlummerten. Also hat es mich doch wieder erwischt …

Die Kids wurden größer, die Partys noch wilder, wir „Alten“ gingen nicht mit gutem Beispiel voran, sondern, ganz im Gegenteil, verstanken wir über Jahre die Buden und feierten weiter, als gäbe es kein Morgen.

Dann irgendwann mal ein Punkt, wo der Freundeskreis gemeinsam beschloß: so kann es wohl nicht weitergehen! Wir hören alle auf! Allen Carr war unser Retter und die, die ihn lasen, hörten dann wirklich auf! Welch befreiendes Gefühl! Ein Traumzustand! Schwer war ja nur die erste Zeit …. das erste Fest, der erste Silvester, der erste Urlaub, OHNE … man bemerkt aber recht schnell, dass das Leben ohne Glimmstängel viel schöner ist, als mit. Abgesehen vom vielen Geld, das man sich in Wirklichkeit nicht erspart, weil: nicht weg legt, schmeckt und riecht man ja auch alles wunderbar!

10 Jahre OHNE.

„Nie! Nie im Leben werd ich jemals wieder eine Zigarette anrühren!“ Sagte ich ungezählte Male, voller Überzeugung zur Freundin. Doch so, wie es für jede einzelne Zigarette eine wirklich, wirklich gute Erklärung gibt: Stressabbau, Entspannung, Traurigkeit, Fröhlichkeit, Verdauung, Gemütlichkeit … gibt es auch für die Rauchphasen des Lebens eine Erklärung: Pubertät, Selbstbewusstsein, Ausg´flipptsein, Krisen, Todesfälle …. bei mir war es die Lebensmitte. Plötzlich „wechselte“ alles, veränderte sich. Nicht mehr jung, auch noch nicht alt. Die Kinder aus dem Haus. Viel Zeit für mich. Oft ausgehen. Der Künstlersohn spielt in verrauchten Clubs. Irgendwann passierte es einfach wieder. Man kennt es ja schon: eh nur eine, oder auch zwei. Heimlich natürlich, nur der Mann weiß es. Dann sogar schon die Kinder „Echt? Du rauchst wieder?“ Die Raucherfreunde wissen es bald, die Nichtraucherfreunde wissen es nur, wenn sie das hier lesen. Die Mutter wird es nie erfahren, denn sie findet im Netz diese Seite nicht, weil sie leider kein gooogle mehr hat 🙂

Die Angewohnheit, so wie früher: vor 16.00 Uhr kein Tschick. Dann je nachdem, was man so macht. „Allen Carr für Frauen“ liegt seit Monaten am Nachtkastel. Nach der 30er Party für den Sohn, werd ich beginnen, es zu lesen …..

 

 

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